Ein schneller Systemstart hängt heute weniger an der CPU und mehr daran, wie flott Windows (oder Linux) seine Tausenden kleinen Dateien von der Systemplatte bekommt. Genau da entscheidet die SSD: kurze Ladezeiten, reaktionsschneller Desktop, weniger „Kaffee holen“-Momente nach dem Einschalten. Dieses Ranking ist deshalb relevant, weil der SSD‑Markt mittlerweile von „billig, aber okay“ bis „High‑End mit absurd hohen Zahlen“ alles bietet – und die beste Wahl hängt davon ab, was du wirklich brauchst.
Bewertet habe ich nach Praxis‑Kriterien: Boot‑ und Programmstart‑Performance (vor allem bei vielen kleinen Dateien), Stabilität und Temperaturverhalten, Alltags‑Support durch Funktionen wie DRAM‑Cache und HMB, sowie Preis pro GB (damit „Budget“ nicht zur Falle wird). Wichtig ist: Dein Mainboard bestimmt, ob PCIe 3.0, 4.0 oder 5.0 überhaupt genutzt wird. Und ja: Wenn du noch auf SATA hängst, ist schon der Umstieg auf NVMe ein echter Gamechanger – selbst ohne High‑End‑Modell.
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Platz 5: SATA‑SSD (2,5 Zoll) – Solider Neustart‑Turbo für ältere PCs
Warum Platz 5?SATA‑SSDs sind technisch nicht mehr die Spitze, aber sie sind der einfachste Weg, einen alten PC vom „ewigen Booten“ zu befreien. Beim Systemstart zählen vor allem kurze Zugriffszeiten – und die sind bei jeder SSD Welten besser als bei einer HDD. In vielen älteren Geräten (Mini‑PCs, Office‑Rechner, Laptops ohne M.2‑Slot) ist SATA zudem die realistischste Option. Nachteil: Das SATA‑Interface deckelt die Maximalleistung, und bei großen Kopierjobs merkst du das.
Praktisches BeispielDu hast einen 6–8 Jahre alten Office‑PC, der morgens fünf Minuten braucht, bis alles „da“ ist. Mit einer SATA‑SSD startet das System spürbar schneller, Updates laufen weniger zäh und Programme wie Browser oder Office öffnen sich ohne dieses typische „Bitte warten…“. (Ja, Windows findet trotzdem immer etwas, das es im Hintergrund tun muss – aber es blockiert dich deutlich weniger.)
Vor- und Nachteile| Vorteile | Nachteile |
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- Samsung 870 EVO (SATA)
- Crucial MX500 (SATA)
- WD Blue SA510 (SATA)
Platz 4: Budget‑NVMe (PCIe 3.0/4.0, HMB) – Viel Boot‑Speed fürs Geld
Warum Platz 4?Budget‑NVMe‑SSDs sind der Sweet Spot, wenn du primär schnellen Systemstart und flotte App‑Starts willst, ohne fürs absolute Maximum zu zahlen. Viele dieser Modelle verzichten auf eigenen DRAM‑Cache und nutzen stattdessen HMB (Host Memory Buffer): Sie reservieren ein kleines Stück RAM, um die Verwaltung schneller zu machen – nicht perfekt, aber im Alltag oft genug. Für Boot‑Performance ist das meist mehr als ausreichend. Der Haken: Bei großen Schreibaktionen oder wenn die SSD sehr voll wird, können günstige Controller und kleiner SLC‑Cache stärker einbrechen.
Praktisches BeispielDu baust einen Budget‑Gaming‑PC oder rüstest ein Notebook mit M.2‑Slot auf. Windows startet zügig, Steam/Launcher sind schnell da, und normale Updates laufen sauber durch. Erst wenn du regelmäßig große Videodateien schiebst oder dauernd mehrere hundert GB am Stück kopierst, merkst du, dass „Budget“ eben auch Grenzen hat.
Vor- und Nachteile| Vorteile | Nachteile |
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- WD Blue SN580 (NVMe, budgetfreundlich)
- Crucial P3 / P3 Plus (NVMe, Budgetklasse)
- Kingston NV2 (NVMe, sehr preisorientiert)
Platz 3: Mainstream‑NVMe mit DRAM (PCIe 4.0) – Der „macht alles gut“-Allrounder
Warum Platz 3?Hier wird’s für Systemstart richtig angenehm: PCIe‑4.0‑SSDs mit eigenem DRAM‑Cache sind oft die verlässlichste Wahl für ein schnelles, rundes Systemgefühl. Der DRAM hilft der SSD, ihre Zuordnungstabellen schnell zu verwalten – das macht besonders bei vielen kleinen Zugriffen und über lange Zeit einen Unterschied. Dazu kommen meist bessere Controller und stabilere Dauerleistung. Du zahlst etwas mehr als in der Budgetklasse, bekommst aber weniger „Überraschungen“ bei Updates, Installationen und bei einer SSD, die nicht ständig auf Kante voll ist.
Praktisches BeispielDu nutzt den PC täglich für Arbeit und nebenbei Gaming: viele kleine Programme, viele Updates, viele Installationen. Diese Klasse hält den Rechner frisch, auch wenn Windows mal wieder ein „kumulatives Update“ ausrollt und du parallel noch Office und Browser offen hast. Boot‑Zeiten bleiben konstant, und der Rechner fühlt sich über Monate nicht „zäher“ an.
Vor- und Nachteile| Vorteile | Nachteile |
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- Samsung 990 PRO (je nach Preis auch hier einordbar)
- WD Black SN850X (stark im Alltag und Gaming)
- SK hynix Platinum P41 (sehr runder High‑Mainstream)
Platz 2: High‑End PCIe 4.0 – Maximale Praxis‑Performance ohne PCIe‑5.0‑Drama
Warum Platz 2?High‑End‑PCIe‑4.0‑SSDs sind für viele Nutzer der echte Endgegner des Wartens: sehr hohe IOPS (also „wie viele kleine Dinge pro Sekunde“) und starke Controller sorgen dafür, dass sich Boot und Programmstarts extrem direkt anfühlen. Diese Laufwerke liefern nicht nur schöne Benchmark‑Zahlen, sondern bleiben auch bei gemischter Last (Windows, Browser, Updates, Hintergrunddienste) stabil. Außerdem sind sie meist thermisch einfacher zu zähmen als PCIe‑5.0‑Modelle: weniger Hitze, weniger Throttling, weniger Gefrickel mit Kühlern.
Praktisches BeispielDu hast einen modernen Gaming‑PC oder Workstation‑Light: viele Autostart‑Tools, große Games, häufige Updates, vielleicht noch ein paar virtuelle Maschinen. Mit einem High‑End‑PCIe‑4.0‑Modell startet Windows schnell, und auch danach ist das System sofort „wach“. Dieses „nach dem Login erstmal 30 Sekunden zäh“ wird deutlich seltener – weil die SSD die kleinen Zugriffe einfach wegbügelt.
Vor- und Nachteile| Vorteile | Nachteile |
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- WD Black SN850X (PCIe 4.0 High‑End)
- Samsung 990 PRO (PCIe 4.0 High‑End)
- Seagate FireCuda 530 (PCIe 4.0, sehr leistungsstark)
Platz 1: PCIe 5.0 NVMe – High‑End mit Sternchen (nur sinnvoll, wenn das System mitspielt)
Warum Platz 1?PCIe‑5.0‑SSDs sind die Speerspitze: extrem hohe Spitzenraten und sehr starke Controller. Für den reinen Systemstart ist der Unterschied zu High‑End PCIe 4.0 oft kleiner, als die Zahlen vermuten lassen – weil Booten selten „nur sequentiell“ ist. Trotzdem verdienen sie Platz 1, weil sie maximales Potential bieten, wenn du ein aktuelles System (Board, CPU, Kühlung) hast und zusätzlich auch workloads fährst, die richtig profitieren (große Projekte, viele Daten, sehr schnelle Scratch‑Disk). Der Preis: mehr Wärme, oft Pflicht zu gutem M.2‑Kühler, und dein Setup muss PCIe 5.0 sauber unterstützen.
Praktisches BeispielDu baust einen neuen High‑End‑PC und willst „eine SSD, die erstmal Jahre nicht der Flaschenhals ist“. Du installierst oft große Spiele, arbeitest mit riesigen Fotokatalogen oder Video‑Material und willst, dass Import/Cache/Export nicht an der Platte hängt. Dann kann PCIe 5.0 sinnvoll sein – aber nur mit ordentlicher Kühlung, sonst drosselt das Ding und du hast High‑End gekauft, das sich wie Mittelklasse anfühlt. (Ja, das ist ungefähr so clever wie ein Sportwagen mit Handbremse.)
Vor- und Nachteile| Vorteile | Nachteile |
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- Crucial T700 / T705 (PCIe 5.0)
- Samsung 9100 PRO (PCIe 5.0, je nach Verfügbarkeit)
- Corsair MP700 Pro (PCIe 5.0, häufig mit Kühler-Option)
Fazit
Wenn du einfach nur willst, dass dein PC schnell startet und sich direkt „spritzig“ anfühlt, sind Budget‑NVMe‑SSDs oft schon ein Volltreffer. Willst du langfristig Ruhe und konstante Leistung, nimm eine PCIe‑4.0‑SSD mit DRAM – das ist der beste Alltags‑Deal für die meisten. High‑End PCIe 4.0 liefert dann das Maximum ohne die typischen PCIe‑5.0‑Nebenwirkungen. PCIe 5.0 ist die Krone, aber mit Sternchen: sinnvoll vor allem in neuen Systemen, mit guter Kühlung und wenn du neben Boot auch wirklich datenintensive Aufgaben hast. Entscheidend ist am Ende: Kompatibilität checken, nicht zu klein kaufen, und die SSD nicht bis zum letzten GB zumüllen – dann startet der Rechner schnell und bleibt es auch.






