HWiNFO ist ein kleines Windows-Tool, das dir zeigt, was in deinem PC wirklich passiert – in Zahlen, nicht in Bauchgefühl. Wenn der Rechner plötzlich laut wird, Spiele ruckeln oder ein Notebook ständig drosselt, ist das Grundproblem fast immer gleich: Du weißt nicht, ob Temperatur, Stromverbrauch, Takt oder Auslastung der Übeltäter sind. Genau da setzt HWiNFO an: Es liest Sensoren und Hardware-Daten aus und macht sie sauber sichtbar. Typisch genutzt wird es beim Troubleshooting, beim Aufrüsten (passt das Netzteil?), beim Vergleichen von Komponenten oder wenn man nach einem BIOS-/Treiber-Update prüfen will, ob noch alles „normal“ läuft.
Vorteile
- Klarheit statt Rätselraten: Du bekommst Messwerte zu Temperatur, Takt, Spannung, Lüfterdrehzahl und Auslastung – damit wird aus „fühlt sich komisch an“ ein konkreter Befund.
- Hilft beim Fehlerfinden: Überhitzung, Thermal Throttling, zu aggressive Lüfterkurven oder ein Netzteil am Limit erkennt man meist schneller als mit Bordmitteln.
- Praktisch für Vergleiche: Du kannst nachsehen, ob CPU/GPU im erwarteten Bereich takten und ob dein System unter Last stabil bleibt.
- Leichtgewichtig: Läuft in der Regel ohne großen Overhead und muss nicht „installiert und verheiratet“ werden, wenn du es portabel nutzt.
- Gut für Langzeitbeobachtung: Sensor-Logging hilft, sporadische Probleme zu erwischen, die sonst immer dann verschwinden, wenn man hinschaut.
- Keine Schönfärberei: Es ist kein „Tuning“-Tool, sondern ein Diagnosewerkzeug. Das ist oft genau das, was man braucht.
Features
Sensor-Übersicht (Live-Werte)
Das Herzstück: HWiNFO zeigt dir in einer Liste live an, wie warm CPU und GPU sind, wie hoch sie takten, wie viel sie ziehen (je nach Hardware), wie schnell die Lüfter drehen und ob Limits greifen. Nutzen: Du siehst sofort, ob das System drosselt, überhitzt oder schlicht normal arbeitet.
Hardware-Zusammenfassung
Eine kompakte Übersicht zu CPU, Mainboard, RAM, GPU, Laufwerken und mehr. Nutzen: Du kannst Komponenten identifizieren (z. B. welcher RAM wirklich verbaut ist), was beim Aufrüsten oder beim Gebrauchtkauf Gold wert ist.
Detailansichten pro Komponente
Für viele Bereiche gibt es tiefergehende Infos, etwa zu Speicherbestückung, PCIe-Anbindung oder Laufwerksdaten (inklusive SMART, wenn verfügbar). Nutzen: Hilft bei typischen Fragen wie „Läuft meine GPU nur mit x8 statt x16?“ oder „Ist die SSD auffällig?“
Logging (Protokoll in Datei)
Du kannst Sensorwerte über Zeit mitschreiben lassen. Nutzen: Ideal bei Problemen, die nur nach 20–60 Minuten auftreten (z. B. Notebooks, die unter Dauerlast langsam werden, oder ein Gehäuse, das sich „wärmevoll“ aufheizt).
Sensor-Alarm/Monitoring-Integration
Je nach Setup lassen sich Grenzwerte überwachen oder Daten an andere Monitoring-Lösungen weiterreichen. Nutzen: Du kannst dir Warnsignale bauen, bevor es knallt (z. B. wenn Lüfter ausfallen oder Temperaturen ausreißen).
Übersichtliche Werte für Support-Fälle
HWiNFO eignet sich, um Screenshots oder Logfiles zu erzeugen, die in Support-Chats und Foren weiterhelfen. Nutzen: Statt „mein PC ist heiß“ lieferst du belastbare Infos, mit denen andere sinnvoll helfen können.
Beispielanwendung
Ausgangssituation: Dein Gaming-PC ist nach 10–15 Minuten in einem Spiel plötzlich deutlich langsamer. FPS brechen ein, die Lüfter drehen wie ein Staubsauger, und du fragst dich: „Ist das ein Treiberproblem oder… wieder so ein Temperaturding?“ (Meistens ist es das Temperaturding.)
Einsatz von HWiNFO: Du startest HWiNFO im Sensor-Modus, lässt das Spiel im Fenstermodus oder auf dem zweiten Monitor laufen und beobachtest ein paar Werte: CPU-Temperatur, GPU-Temperatur, CPU/GPU-Takt und einen Eintrag wie Thermal Throttling oder Power Limit. Zusätzlich startest du ein Sensor-Logging, damit du nach dem Ruckler nicht raten musst.
Ergebnis: Du siehst im Log: GPU läuft erst normal, dann steigt die Temperatur, der Takt fällt deutlich ab, und gleichzeitig dreht ein Gehäuselüfter nicht hoch. Das ist kein „mysteriöser Bug“, sondern ein Luftstrom-/Lüfterkurven-Thema. Du reinigst den Staubfilter, korrigierst die Lüfterkurve im Mainboard-Tool oder sicherst die Kabel, die den Lüfter blockiert haben. Danach bleibt der Takt stabil, die FPS auch – und der PC klingt wieder wie ein Computer, nicht wie ein startendes Flugzeug.
Wer nutzt es?
Besonders geeignet für:
- PC-Nutzer:innen mit „komischem Verhalten“: Abstürze, Ruckler, laute Lüfter, Hitzeprobleme, unerklärliche Drosselung.
- Gamer und Creator: Wenn du wissen willst, ob CPU/GPU unter Last sauber laufen oder ob du am Limit hängst.
- Aufrüster und Gebrauchtkauf-Checker: Komponenten verifizieren, Temperaturen prüfen, Laufwerkszustand grob einschätzen.
- IT-Support (privat oder beruflich): Schneller Systemüberblick inklusive Messwerten spart Rückfragen und Zeit.
Eher weniger sinnvoll für:
- Menschen, die nur „schneller machen“ wollen: HWiNFO ist Diagnose, kein Tuning. Es zeigt Probleme, löst sie aber nicht automatisch.
- Komplett Einsteiger ohne konkreten Anlass: Wenn du keine Frage hast, wirken 200 Sensorwerte schnell wie ein Cockpit. Mit einem konkreten Ziel ist es dagegen super.
- macOS-/Linux-Umgebungen: HWiNFO ist primär auf Windows ausgelegt; dort spielt es seine Stärken aus.
Alternativen
CPU-Z / GPU-Z
Sehr fokussierte Tools für CPU- bzw. GPU-Infos. Passt besser, wenn du nur schnell Basisdaten brauchst (Modell, Takt, Speicher) und keine tiefe Sensor- und Systemübersicht.
MSI Afterburner (mit RivaTuner OSD)
Wenn dein Hauptziel ein Overlay im Spiel ist (FPS, Frametime, GPU-Auslastung), ist Afterburner oft bequemer. Für ganzheitliche Systemdiagnose und detaillierte Logs ist HWiNFO meist umfassender.
Windows Task-Manager / Ressourcenmonitor
Gut für einen schnellen Blick auf Auslastung, RAM und Prozesse – aber bei Temperaturen, Lüftern und Drosselung kommst du damit schnell an Grenzen. Als „erste Stufe“ okay, für Ursachenanalyse oft zu grob.
Open Hardware Monitor / Libre Hardware Monitor
Ähnliche Richtung (Sensoren), je nach Hardware kann die Erkennung variieren. Kann besser passen, wenn du ein schlankes Open-Source-Tool bevorzugst oder bestimmte Integrationen brauchst. Bei Hardware-Abdeckung und Detailtiefe ist HWiNFO häufig stärker, aber das hängt vom System ab.
AIDA64
Mehr „Suite“ als Tool: Infos, Monitoring, teils Benchmarks, teils Extras. Sinnvoll, wenn du ein All-in-One-Werkzeug mit Support/Updates und Zusatzfunktionen willst. Wenn du nur Diagnosedaten brauchst, ist HWiNFO oft die pragmatischere Wahl.
Häufige Fragen
Ist HWiNFO sicher und „macht“ es irgendwas am System?
In der Standardnutzung liest es Daten aus und zeigt sie an. Es ist kein Übertaktungs-Tool. Trotzdem gilt: Nur von der offiziellen Quelle laden und nichts „komisch gepacktes“ aus Download-Portalen nehmen.
Warum sehe ich so viele Sensoren doppelt oder mit kryptischen Namen?
Weil manche Werte über verschiedene Controller oder Methoden ausgelesen werden. Nicht jeder Eintrag ist gleich „wahr“. Wenn du unsicher bist: Auf Plausibilität achten (z. B. 127°C ist oft ein Dummy-Wert) und auf die typischen Kernwerte fokussieren (CPU Package, GPU Temperature, Hotspot, Lüfter-RPM).
Welche Werte sind für Hitze-/Drossel-Probleme am wichtigsten?
Meist reichen: CPU Package Temperatur, CPU Takt, „Thermal Throttling“-Status, GPU Temperature/Hotspot, GPU Takt, Lüfterdrehzahlen und ggf. Power-Limit-Anzeigen. Damit siehst du, ob Hitze oder Stromlimit der Bremsklotz ist.
Kann HWiNFO meinen PC langsamer machen?
Im Normalfall kaum. Wenn du sehr viele Sensoren mit extrem kurzer Abfragezeit pollst oder parallel mehrere Monitoring-Tools laufen lässt, kann es unnötig Last erzeugen. Dann hilft: Abfrageintervall erhöhen und doppelte Tools vermeiden.
Was mache ich mit einem Logfile?
Du kannst darin nach Peaks suchen: Temperatur steigt, danach fällt der Takt. Das ist oft die entscheidende Kette. Für Support kannst du das Log als Beleg mitschicken, statt nur eine Momentaufnahme zu posten.
Muss ich das Tool installieren?
Es gibt typischerweise auch portable Nutzung. Wenn du es nur zum Diagnostizieren brauchst, ist „starten, messen, schließen“ oft die angenehmste Variante.
Fazit
HWiNFO lohnt sich immer dann, wenn du nicht raten willst, warum ein PC laut, heiß, langsam oder instabil ist. Es adressiert das Kernproblem „fehlende Sichtbarkeit“: Du bekommst harte Messwerte statt Vermutungen. Wenn du mit konkreten Fragen reingehst (Temperatur? Drosselung? Lüfter?), ist es eines der nützlichsten Diagnose-Tools unter Windows.






